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Eisenbahnfährschiff Stralsund

Verladung Bghw-Wagen   Überfahrt
   

 

Historischer Wagen, 27.05.1995

771 014-8, 27.05.1995

 

Ab Dezember 1945 leistete das 1890 in der Schichau-Werft gebaute Eisenbahnfährschiff Stralsund unter sowjetischer Militärregie Trajekteinsatz zwischen Wolgaster Fähre und Wolgast Hafen mit Abstechern nach Swinemünde, Greifswald und Stralsund.

Am 11. April 1949 erfolgte die Übergabe an die DR (Bw Seebad Heringsdorf).

Das Eisenbahnfährboot STRALSUND trajektierte normalerweise Güterwagen, im Bedarfsfall auch Reisezugwagen und Lokomotiven, wenn diese in ein Reichsbahnausbesserungswerk mußten oder von dort zurückkamen. Wegen seines hohen Alters wurde es als technisches Denkmal unter Schutz gestellt.

Alle drei Jahre, beim Aufdocken, der 85 Tage dauernden Überholung (meist von Januar bis April), konnten überhaupt keine Güterwagen von und zur Insel gelangen, so daß sämtliche Frachten in Wolgast Hafen ausgeladen und den Kunden per Kraftfahrzeug zugestellt werden mußten.

     

Das Fährboot STRALSUND hat eine Nutzmasse von 115 t, seine Maschinenleistung von 2 x 90 kW verlieh ihm eine Geschwindigkeit von 8 Knoten, so daß es die 1,4 km lange Fährstrecke in etwa acht bis zehn Minuten zurück legen konnte.

Am 1. August 1960 wurde es dem DR-Fährschiffsamt Saßnitz unterstellt.

Bis zu seiner (einstweiligen) Stilllegung im Dezember 1990 leistete das Eisenbahnfährschiff Stralsund, seit 1986 statt mit eigenem Antrieb mit Hilfe eines Bugsierschleppers, seinen Dienst, indem es alle Eisenbahnfahrzeuge, ab 1994 sogar mit Hilfe von Kränen an Bord gebracht (die Wolgaster Fähranlagen waren bereits demontiert), übersetzte.

Im Jahre 1993 kam es noch einmal zum Einsatz, als die alten Zuggarnituren gegen modernisierte Schienenbusse vom Typ LVT ausgetauscht wurden und das Eisenbahnfährschiff Stralsund die Triebwagen auf die Insel brachte.

  Fährschiff Stralsund Museumshafen Wolgast

Fährschiff Stralsund Museumshafen Wolgast

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