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BR 771/971

Leichtverbrennungstriebwagen (LVT BR 771/971)

Als 1993 der Taktfahrplan eingeführt werden sollte, ersetzten ältere, aber modernisierte Reichsbahn- Schienenbusse (LVT 771/971), die Ferkeltaxen, die bis dahin auf der Insel verkehrenden diesellokbespannten Züge mit zuletzt vierachsigen Halberstädter Reko-Wagen.
Als ein erstes Zeichen des beginnenden Fortschritts einer modernen Bahn wurden sie von ihren Fahrgästen angenommen, obwohl auch sie auf Grund zweier starrer Achsen weiterhin über das Schienennetz rumpelten.
Bei Einführung des Taktfahrplans mußten die für den Stundentakt vorgesehenen, im Raw Halle modernisierten acht Triebwagen samt zu Steuerwagen umgebauten Beiwagen der Baureihe 171 (DB 771/971) auf die Insel überführt werden, was wiederum mit dem Fährschiff „Stralsund” geschah. Im Gegenzug kamen 21 schrottreife Bghw-Wagen aufs Festland. Die übrigen zehn Personen- und drei Gepäckwagen dienten ebenso wie alle acht Dieselloks kurzzeitig als Betriebsreserve, bis im Juli 1993 sechs Wagen und sechs Lokomotiven auf das Festland überführt wurden.
Nach Usedom kamen dafür sechs weitere Triebwagen 771, die als Zugverband VT+VS+VS+VT zwischen Seebad Ahlbeck und Wolgaster Fähre bzw. als VT+VS bzw. VT+VS+VT zwischen Zinnowitz und Peenemünde fuhren. Zur Reserve verblieben zwei 110 er, vier Personenwagen Bghw und ein Gepäckwagen auf der Insel.

     
BR 771/971 Sackkanalbrücke Bansin   Hp Ahlbeck Ostseetherme
     

1997 kamen zwei auf Gasbetrieb umgerüstete Leicht-triebwagen mitsamt den angepaßten Steuerwagen in den regulären Betriebsdienst.
Als 772 201 / 972 201 und 771 202 / 972 202 unterschieden sich die umgebauten 771 014 / 971 614 und 771 050 / 971 050 äußerlich von den anderen Fahrzeugen durch ihre Seitenwandaufschrift, die sie als weltweit erste erdgasbetriebene LVT auswiesen.
Die Prototypen bewährten sich gut und waren zumeist zwischen Zinnowitz und Peenemünde Dorf unterwegs. Den umweltschonenden Kraftstoff entnahmen sie der Erdgastankstelle in Heringsdorf.

  Triebwagen der Baureihe 771/971 im Bahnhof Heringsdorf, 1993-2000
     

Als erstes völlig neues Schienenfahrzeug befuhr Anfang November 1995 der von Siemens-Duewag gebaute RegioSprinter zu Test- und Präsentationszwecken die Bäderbahnstrecke. Die UBB entschied sich jedoch für den Gelenktriebwagen des Typs GTW 2/6 von DWA/ADtranz/Stadler.

     
RegioSprinter Bf Bansin, 18.11.1995   RegioSprinter Bf Ückeritz, 18.11.1995
     

Nachdem genügend Triebwagen der Baureihe 646 vorhanden waren, wurden die bis dato eingesetzten “Ferkeltaxen” abgestellt und ein großer Teil im Jahr 2002 nach Rumänien verkauft, wo sie weiterhin ihren Einsatz versehen.

     
Transport der Ferkeltaxen BR 771/971 von Usedom nach Rumänien, Bahnhof Buddenhagen   Verladung Beiwagen BR 971 Bahnhof Zinnowitz

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