Die Entwicklung der Eisenbahn auf Usedom

Anfänge bis 1945

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Der Aufbau eines Eisenbahnnetzes war für die Erschließung der Insel Usedom von enormer Bedeutung. Noch bis Mitte des 19. Jh. war die Fischerei der Haupterwerbszweig für die Bewohner der Küstenorte der Insel Usedom.
Mit Eröffnung der Hauptbahn Ducherow-Swinemünde 1876 für den Reise- und Güterverkehr wurde der Grundstein für einen Bäderverkehr gelegt. Möglich wurde der Aufbau eines Eisenbahnnetzes auf Usedom erst durch die Errichtung einer Brücke über den Peenestrom bei Karnin. Die Brücke wurde am 11. März 1876 als eingleisige Drehbrücke mit fünf festen Überbauten in Betrieb genommen und im Dezember 1933 als Karniner Eisenbahnhubbrücke fertiggestellt.

     
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Aufbau eines Eisenbahnnetzes in den weiteren Etappen:
- Swinemünde Hafenbahn 15. Mai 1876
- Verlängerung der Hafenbahn 1. Januar 1882
- Swinemünde - Heringsdorf 1. Juli 1894
- Ostswine - Swinemünde (Fährverkehr) 1. Juli 1901
Der Bau der Eisenbahnstrecken auf Usedom war mit Eröffnung der Nebenbahn Heringsdorf - Wolgaster Fähre am 1. Juni 1911 vorerst beendet.
Im Jahre 1906 wurden die Bahnhöfe Swinemünde Hauptbahnhof, Swinemünde Bad, Ahlbeck Bad, Usedom und Dargen für den Verkehr zugelassen.
Durch den ständig steigenden Verkehr wurde im Jahre 1908 der zweigleisige Ausbau der Strecke notwendig.

     
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In den dreißiger Jahren kam es zu einem rasanten Aufschwung des Bäderverkehrs. Wegen der kurzen Reisezeit von gut drei Stunden wurde Usedom zur “Badewanne Berlins”. Zusätzlich verkehrten zahlreiche Schnell- und Eilzüge, die die Urlauber in kürzester Zeit zu den bekannten Seebädern Usedoms brachten. Von Stettin fuhr man über Ostswine nach Swinemünde und von da gelangte man per Kurswagen weiter bis nach München.
Der rege Badebetrieb einerseits sowie das Militär andererseits prägten ab Mitte der dreißiger Jahre das Bild des westlichen Teils der Insel Usedom. In Peenemünde entstand ab 1936 ein Raketen- und Luftwaffen-versuchsgelände. Der Militärkomplex wurde 1941 mit einer elektrifizierten, zu den modernsten Bahnen im damaligen deutschen Reich gehörenden, Privatbahn erschlossen. Die dort eingesetzten Triebzüge entsprachen im Grundaufbau den Triebzügen der Berliner S- Bahn.
In dieser Zeit erfolgten umfangreiche Transporte für die Heeresversuchsanstalten in Peenemünde.

     

Am 28. April 1945 wurde das zusammenhängende Streckennetz durch die Sprengung der Karniner Eisenbahnbrücke unterbrochen, fast gleichzeitig erfolgte die Sprengung der Straßenbrücke in Wolgast und der erst 1930 erbauten Bäderbrücke bei Zecherin. Die „Rote Armee“ nahm am 5. Mai nach erbitterten Kämpfen die gesamte Insel ein.

     
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